Goethes Bedeutung für die japanische
Bildungstradition
Naoji Kimura
Die Frage nach Goethes Bedeutung für
die japanische Bildungstradition impliziert
grundsätzlich dreierlei: den japanischen
Begriff der Bildung, die Vermittlungsweise
dieser Bildung in Japan und Goethes Wirkung
darauf im geschichtlichen Verlauf. Im Deutschen
ist der Unterschied zwischen Erziehung und
Bildung manchmal nicht ganz eindeutig, wie
man von Schulbildung oder Bildungsanstalt
spricht. Dagegen unterscheidet man im japanischen
Wortgebrauch deutlich zwischen Erziehung
und Bildung. Erziehung (kyoiku) meint die schulische Ausbildung einschließlich
des Hochschulstudiengangs, während Bildung
(kyoyo) etwas Schöngeistiges, Künstlerisches,
ja Kulturelles überhaupt bedeutet, also
etwas, was man über die schulische Erziehung
oder berufliche Ausbildung hinaus sich geistig
an- und zueignet.1
Ein Naturwissenschaftler gilt als gebildet,
wenn er musizieren oder malen kann. Ein Sozialwissenschaftler
ist gebildet, wenn er literarische Essays
schreiben kann. Aber wie steht es mit den
Geisteswissenschaftlern, die sich anscheinend
mit der Bildung als solcher beschäftigen?
Sind sie per se gebildet, oder müssen
sie etwas anderes erstreben als ihre Fachwissenschaft,
um gebildet zu sein? Wer sich allerdings
mit Goethe beschäftigt, hat insofern
seine Vorteile, als Goethe nicht nur Dichter,
sondern auch Naturforscher, Kunsthistoriker,
Literaturkritiker, Philosoph, nicht zuletzt
Politiker gewesen ist. Darf er sich doch
erlauben, von der Germanistik aus Grenzüberschreitungen
zu verschiedenen Disziplinen zu unternehmen,
so daß er eventuell als allseitig gebildet
angesehen werden könnte, wenn er nicht
gerade einem seichten Dilettantismus anheimgefallen
ist. Aber ein Goetheforscher, der sein Leben
lang nur Goethe studiert und darüber
hinaus nichts weiß, kann wiederum als
Fachidiot übergebildet oder sogar verbildet
sein.2
Was die Vermittlung der Bildung in Japan
anbelangt, so erfolgt sie speziell hinsichtlich
der Weltliteratur als des wichtigsten Bildungsmittels
entweder durch die Übersetzer oder Lehrer.
Bei jenen besteht ihr Lesepublikum aus unbestimmten
Gebildetenkreisen, die sich in manchen Fällen
schwer erfassen lassen. Bei diesen ist ihr
Verhältnis zu den Schülern von
entscheidender Wichtigkeit und im großen
und ganzen erfaßbar. Abgesehen von
der bedeutsamen Rolle der Übersetzer,
kommt also vor allem dieses Schüler-Lehrerverhältnis
in der Goetheforschung für die japanische
Bildungstradition in Betracht.
Den geschichtlichen Verlauf der Bildungstradition,
die sich seit dem Anfang der Meiji-Zeit unter
der immer stärkeren Wirkung Goethes
heranbildete, könnte man dabei dezennienweise
gliedern, und zwar in den siebziger Jahren
des 19. Jahrhunderts die ersten Kenntnisse
über die deutsche Literatur erblicken,
dann in den achtziger Jahren die Studienaufenthalte
der ersten Goethekenner in Amerika oder Europa,
in den neuziger Jahren die begeisterte Aufnahme
des Werther, im ersten Jahrzehnt des 20. Jahrhunderts
die allmähliche Lektüre des Faust
und schließlich die Etablierung der
japanischen Germanistik in den zwanziger
Jahren im Anschluß an die Übersetzung
von Wilhelm Meisters Lehrjahren.3 Merkwürdigerweise kam die Blütezeit
der Goetheforschung in Japan erst in den
dreißiger Jahren herauf.4 Diese dezennienweisen Einzelphasen kann
man aber auch vor und nach dem epochemachenden
Übersetzer Mori Ogai gliedern und folgendermaßen
charakterisieren. Nach der eigentlichen Einführung
der deutschen Literatur durch ihn hat sich
die literarische Jugend in Japan zuerst für
den Werther und dann für den Faust begeistert, bis die Germanisten als Fachphilologen
des deutschen Bildungsromans an den Universitäten
hervortraten.5
Zur Veranschaulichung dieses Prozesses sollen
zunächst die drei Bilder im Anhang dienen.
Im Jahre 1832 veröffentlichte der schottische
Goethe-Verehrer Thomas Carlyle in "Frazers
Magazine" einen kleinen Aufsatz "Goethes
Porträt" und setzte wie folgt ein:
"Leser! Hier siehst du das Bildnis Johann
Wolfgang Goethes. So lebt und leibt jetzt
in seinem 83. Jahre, weit entfernt, in dem
heiteren freundlichen kleinen Kreise zu Weimar
der 'klarste, universellste Mann seiner Zeit'."6 Es handelte sich bei diesem Bildnis um die
Zeichnung von Daniel Maclise, die auf eine
Skizze Thackerrays nach dem Leben unter Benutzung
des Stieler-Kopfes zurückgeht. Des Bayerischen
Hofmalers Joseph Karl Stieler Aquarell mit
farbiger Kreide, besonders sein Ölgemälde
von 1828 im Besitz der Neuen Pinakothek zu
München ist weltbekannt. Die Zeichnung
von Maclise, deren Wiedergabe in der Zeitschrift
gänzlich mißlungen sein und einer
unfreiwilligen Karikatur geglichen haben
soll, dürfte Ihnen weniger bekannt sein.
Aber noch weniger bekannt ist Ihnen sicherlich
eine Goethe-Zeichnung in Kimono und Geta,
die Tadashi Kogawa, Gründer des Goethe-Gedächtnismuseums
in Tokyo, zum Goethe-Jahr 1982 entworfen
hat. Nebenbei bemerkt, hat diese Zeichnung
Manfred Osten in seinem Artikel "War
Goethe ein Japaner?" in der Frankfurter
Allgemeinen Zeitung vom 21. Oktober 1987
veröffentlicht.
Was an diesen drei Bildnissen symbolisch
zutage tritt, ist ein verschlungener Wandlungsprozeß
der Goethe-Rezeption von Deutschland über
England und Amerika nach Japan, auf den hier
nicht eingegangen werden kann, zumal er gleichzeitig
die Wissenschaftsgeschichte der Germanistik
selbst darstellt. Soll dieser rezeptionsgeschichtliche
Vorgang trotzdem in groben Zügen angedeutet
werden, so läßt sich sagen, daß
zuerst der deutsche Idealismus einschließlich
der Dichtung von Goethe und Schiller auf
Thomas Carlyle mit dessen Heldenverehrung
stark gewirkt hat und sodann aus ihm einerseits
eine Rückwirkung auf den deutschen Kunsthistoriker
Herman Grimm und andererseits eine Weiterwirkung
auf den amerikanischen Denker Ralph Waldo
Emerson hervorgegangen ist.7
Bekanntlich ist Herman Grimms Goethebild,
wie es in seinen Berliner Goethe-Vorlesungen
von 1874/75 großartig ausgeführt
ist, richtungsweisend für die weiteren
Goethe-Auffassungen in Deutschland geworden.
Das bedeutet, daß auch die Goethe-Rezeption
in Japan indirekt mehr oder weniger unter
seinem Einfluß gestanden hat, soweit
sie seit Mori Ogai unmittelbar auf dem Weg
der deutschen Germanistik erfolgt ist. Vor
Mori Ogai, der in den Jahren 1884-88 in Deutschland
als Hauptfach Medizin studierte, hatten die
japanischen Literaturkritiker ihre Kenntnisse
über Goethe vor allem aus den damals
bekannten zwei Werken entnommen: August Friedrich
Vilmar, Geschichte der Deutschen National-Litteratur (Marburg /Leipzig 1845) sowie Robert Koenig,
Deutsche Literaturgeschichte 2 Bde. (Bielefeld/Leipzig 1879). Vilmars
Literaturgeschichte war allerdings in erster
Linie "der durchgeführte Gedanke
von der Größe und Herrlichkeit
der mittelalterlichen epischen Volksdichtung,
mit ihrer Ehre und Treue bis in den Tod...
es ist ferner die aufrichtige schöne
Gerechtigkeit, mit der die Dichter der neueren
Zeit nach ihrem nationalen Gehalte gewürdigt
wurden."8 Und Robert Koenig hatte vor, "ein anschauliches,
wenn auch nicht erschöpfendes Bild des
Entwickelungsganges unserer deutschen Dichtung
im Rahmen unserer ganzen Kultur darzubieten".9
Mori Ogai war freilich noch kein Germanist
im eigentlichen Sinne. Mehr literaturkritisch
als philologisch eingestellt, hatte er viele
zeitgenössische Werke aus der deutschen
Literatur ins Japanische übersetzt,
bevor er 1913 dem japanischen Lesepublikum
die erste Gesamtübersetzung von Goethes
Faust zusammen mit den gesondert erschienenen
Auszügen aus Albert Bielschowskys Goethe-Biographie
und Kuno Fischers Faust-Studien vorlegte. Obwohl die ersten japanischen
Übersetzungen sowohl von dem Werther-Roman als auch von dem ersten Teil des Faust bereits 1904 erschienen waren, erwiesen
sie sich sprachlich als steif und kaum genießbar.
So waren denn auch die jungen Dichter und
Schriftsteller der Meiji-Zeit weitgehend
auf die englischen Übersetzungen angewiesen,
wie z.B. The Sorrows of Werter (1892) in Cassell's National Library, Faust. A Tragedy (1871) in der Übersetzung von Bayard
Taylor oder Wilhelm Meister's Apprenticeship (1824) in der Übersetzung von Thomas
Carlyle. Carlyles englische Übersetzung
von Wilhelm Meisters Wanderjahren (1827) scheint in Japan keine nennenswerte
Beachtung gefunden zu haben, weil sie auf
der ersten Fassung des noch nicht vollendeten
Werkes beruhte. Als Vorgeschichte der japanischen
Goethe-Rezeption gilt es jedoch diese literarhistorischen
Zusammenhänge auf dem Weg über
England und Amerika eingehender zu untersuchen.
Hervorzuheben ist an dieser Stelle, daß
die literarisch interessierte japanische
Jugend frühzeitig nicht nur vom Werther als dem befreienden romantischen Liebesroman,
sondern auch vom Wilhelm Meister als dem deutschen Bildungsroman sehr angetan
war.
Die Germanistik als akademische Disziplin
in Japan nahm ihren Anfang, als im Jahre
1893 der Lehrstuhl dafür an der Kaiserlichen
Universität zu Tokyo eingerichtet wurde.
Da aber die Lehrkräfte dort jahrelang
vorwiegend durch deutsche Professoren wie
Karl Florenz, Joseph Dahlmann SJ u.a.m. vertreten
waren, würde man die institutionell
etablierte japanische Germanistik erst mit
Teisuke Fujishiro ansetzen, der im Jahre
1907 als der erste japanische Lehrstuhlinhaber
der Germanistik an die zehn Jahre zuvor gegründete
Kaiserliche Universität zu Kyoto berufen
wurde. Hier eröffnete er mit seinen
Kollegen und Schülern eine Übersetzungsreihe
mit der Klassikern der deutschen Literatur
und trug sich mit dem Gedanken, den ganzen
Faust selbst ins Japanische zu übertragen,
bis der frühe Tod ihn daran hinderte.
In der Reihe fand übrigens die erste
japanische Übersetzung von Wilhelm Meisters Lehrjahren Aufnahme, die 1920 erschienen war, deren
Druckvorlage aber durch das große Erdbeben
im Kanto-Gebiet vernichtet wurde. Goethes
Bildungsroman, auf japanisch zunächst
"kyoyoteki shosetsu" oder "shuyo
shosetsu" genannt, wurde auf diese Weise
relativ spät dem japanischen Lesepublikum
zugänglich gemacht, während Mori
Ogais Faust-Übersetzung durch die Aufnahme in die
Iwanami-Taschenbuchreihe im Jahre 1928 unter
den japanischen Gebildeten immer populärer
geworden ist.
Die führende Rolle Kyotos in der damaligen
Germanistik zeigt sich unverkennbar darin,
daß die Goethe-Gesellschaft in Japan
im Jahre 1931, also ein Jahr vor der Säkularfeier
Goethes, nicht in Tokyo, sondern in Kyoto
gegründet wurde, wenngleich Shokichi
Aoki, Professor an der Kaiserlichen Universität
zu Tokyo, zum ersten Präsidenten gewählt
worden war. Vizepräsident wurde natürlich
Kiyoshi Naruse, Professor an der Kaiserlichen
Universität zu Kyoto, der das japanische
Übersetzungswort für "Sturm
und Drang" ein für allemal geprägt
hat, und der junge Dozent Toshio Yukiyama
in Kyoto, der später als erster das
Nibelungenlied aus dem Mittelhochdeutschen ins Japanische
übersetzen sollte, zum geschäftsführenden
Vorstandsmitglied ernannt. Kiyoshi Naruse
löste nach einigen Jahren den erkrankten
Präsidenten Shokichi Aoki ab und wechselte
nach dem Krieg zur Keio-Universität
über. Es kommt daher, daß die
Goethe-Gesellschaft in Japan im Jahre 1958
nicht in Kyoto, sondern in Tokyo durch Professor
Morio Sagara wiederaufgebaut worden ist.
Schon der 1. Band des Japanischen Goethe-Jahrbuchs
zur Hundertjahrfeier 1932 stellt in Umfang
und Vielfalt der Thematik einen Gipfel der
bisherigen Goetheforschung in Japan dar.
Versucht er doch mit dem ehrwürdigen
Ölgemälde Stielers als Titelbild,
"Goethes geistiges Bild im großen
und ganzen" zu demonstrieren, wie es
im Nachwort des Redaktionskomitees heißt,
und der Schriftleiter bewundert angesichts
der Vielzahl der beigesteuerten Aufsätze
den inspirierenden Genius Goethe, der "das
Weltall übersteigt und es doch umfaßt".
In der Tat kommt darin das Weltbürgertum
Goethes hervor, das die japanischen Gebildeten
seit ihrer geistigen Begegnung mit diesem
deutschen Dichter anzog. Es schreiben nämlich
renommierte Autoren verschiedenster Provenienz
- außer den Germanisten von Philosophen
bis zu Naturwissenschaftlern - über
die Themen, die sämtlich das facettenreiche
Wesen des Universalisten zu beleuchten suchen.
Zur Sprache gelangen da der Reihe nach Goethes
Roman Wilhelm Meisters Lehrjahre, Goethe als Naturwissenschaftler, sein Verhältnis
zur platonischen Liebe, Botanik, Erziehung
sowie Musik, Erläuterungen über
seine Lyrik und sein Konzept der Weltliteratur.
Ihnen folgt der durch die deutsche Übersetzung
Robert Schinzingers berühmt gewordene
Aufsatz von Kitaro Nishida "Der (metaphysische)
Hintergrund Goethes".10 Es befinden sich sodann Aufsätze über
den West-ostlichen Divan, die Freundschaft zwischen Goethe und Schiller,
die zwei Seelen im Faust, Goethes Verhältnis zu Asien, Religionen,
Märchen sowie Kunstgeschichte. Zum Abschluß
werden noch Probleme von Goethe-Biographie,
Goethes Iphigenie, sowie Goethes Beschäftigung mit Kant
aufgegriffen. Außerdem sind auch deutsche
Professoren bzw. Lektoren wie Erwin Jahn,
Erwin Meyenburg, Anna Miura, Johannes Müller
SJ jeweils mit Beiträgen über Heines
Goetheporträt, Goethes Novelle Der Mann von funfzig Jahren, die Hauptdramen Goethes und die Goethische
Prosaepik vertreten, so daß jeder Goethefreund
sich für sein Spezialinteresse persönlich
angesprochen fühlen konnte.
Wenn man das alles als Aspekte der Selbstbildung
bei Goethe auffaßt, so stößt
man ohne weiteres auf eine Bildungsidee,
die sich zugleich als Ideal für die
akademische Jugend in Japan auswirken mußte.
Wie daraus deutlich hervorgeht, daß
ein Aufsatz über Wilhelm Meisters Lehrjahre vorangestellt wurde, war Goethe im Laufe
der Taisho-Zeit vom weltschmerzlichen Dichter
des Werther zum Repräsentanten des bürgerlichen
Zeitalters avanciert und hat die japanische
Bildungstradition wesentlich mitgestaltet. Denn der Bildungsweg von Wilhelm, den man
im allgemeinen mit Faust als Goethes Doppelgänger
betrachtet, ist dadurch gekennzeichnet, daß
er in der Jugend Zeit genug hatte, sich in
Liebe und Liebhaberei zu verirren, um dann
schließlich vom bürgerlichen Kaufmannssohn
zu einem Geistesadel im Wohlstand erhoben
zu werden. Das entsprach ohne Zweifel der
Lebens-und Denkweise vieler Oberschüler
der alten Kotogakko, die bekanntlich nach
dem deutschen Gymnasium ausgerichtet war,
und vieler Studenten an den Universitäten
der Vorkriegszeit, die als geistige Elite
eine gute Aussicht und Chancen genug hatten,
überall in der Gesellschaft eine Karriere
zu machen. Daß man der deutschen Sprache
mächtig ist, war überhaupt die
Voraussetzung aller Bildung, galt ja manchmal
sogar als Bildung schlechthin. Leider ist
es heutzutage nicht mehr der Fall.
Aber daß die Bildung als solche in
Japan noch immer hochgeachtet wird, geht
meiner Meinung nach ebenfalls auf die anglo-amerikanische
Bildungstradition zurück, in der Meiji-Zeit
insbesondere auf den Einluß eines Carlyle,
Emerson oder Matthew Arnold, die alle Goethe
zugetan waren, und in der Nachkriegszeit
auf das allgemeinbildende Curriculum, das
nach dem ursprünglich mittelalterlich-europäischen,
heute aber faktisch amerikanischen Modell
von liberal arts bzw. Humanities landesweit
in die japanischen Universitäten eingeführt
worden ist. Da diese Stufe der Bildung in
Deutschland traditionsgemäß bereits
im humanistischen Gymnasium absolviert wird,
hat die deutsche Universität mit ihren
hohen Ansprüchen auf Forschung und Lehre
nach dem Krieg nicht so sehr als Modell für
das japanische Bildungswesen dienen können.
Hier liegt im übrigen ein kulturpolitisches
Problem für die Bundesrepublik Deutschland,
wenn deutsche Hochschulen für Ausländer,
also auch für die japanischen Studenten
in der Undergraduate school, attraktiver
gemacht werden sollen, wie Bundesaußenminister
Klaus Kinkel kürzlich in einer Weimarer
Rede hervorgehoben hat.11 Die größte Schwierigkeit für
die Anpassung an das deutsche Hochschulwesen
besteht m.E. darin, daß man in Deutschland
normalerweise mit neunzehn Jahren Abitur
macht und grundsätzlich nur die staatlichen
Universitäten zu besuchen hat, deren
Studium nicht nach dem amerikanischen Einheiten-System,
sondern mit einem erfolgreichen Staatsexamen
bzw. durch den Erwerb eines Magister-oder
Doktorgrades abgeschlossen werden kann. Das
Staatsexamen kommt jedoch für ausländische
Studenten gar nicht in Frage. Außerdem
ist das Hochschulstudium in Deutschland gebührenfrei,
so daß ein Studentenaustausch mit den
japanischen Universitäten mit hohen
Studiengebühren finanztechnisch sehr
schwierig ist.
Es ist nun in Kunst und Wissenschaft der
Lehrer, der das Wissen tradiert. So verhält
es sich auch in der Bildungstradition. Die
meisten Hochschullehrer in Japan sind bis
vor kurzem entweder selbst in der Bildungstradition
der alten Kotogakko geistig aufgewachsen
oder noch von traditionsgebundenen Lehrern
ausgebildet worden. In dieser wissenschaftlichen
Atmosphäre war Goethe mit seiner ästhetisch-ethischen
Einstellung und seiner politisch konservativen
Haltung reibungslos mit dem althergebrachten
Konfuzianismus vereinbar. Worte aus Konfutses
Lun Yü waren den japanischen Oberschülern
und Studenten noch ebenso geläufig wie
seinerzeit Bibelzitate oder Eckermanns Gespräche
mit Goethe den deutschen Gebildeten. Wer
von Ihnen kennt nicht den Spruch von Konfutse
"Lernen und fortwährend üben:
Ist das denn nicht befriedigend? Freunde
haben, die aus fernen Gegenden kommen: Ist
das nicht auch fröhlich?" oder
einen anderen wie "Lernen und nicht
denken ist nichtig. Denken und nicht lernen
ist ermüdend."?12 Es ist wie wenn man in Goethes Maximen und Reflexionen läse oder an Kant erinnert würde,
der gesagt hat: "Erfahrung ohne Begriffe
ist blind, Begriffe ohne Erfahrung sind leer."
Konfutse hatte zwar in Laotse, dem Begründer
des Taoismus, seinen Gegner, und Goethe hatte
in Ludwig Börne, Heinrich Heine oder
Wolfgang Menzel seine Kritiker, und es war
gut so. Fochte doch Goethe selbst mit Schiller
in den Xenien eine literarische Fehde aus. Wer sich aber
nach Herman Grimm mit Goethe beschäftigt,
ist ständig mit der Gefahr konfrontiert,
einem prekären Goethekult zu verfallen
und somit zur Kritiklosigkeit gegen Goethe
verurteilt zu werden. Einer solchen Gefahr
vorzubeugen wäre eigentlich die pädagogische
Aufgabe eines einsichtigen Lehrers gegenüber
seinen Schülern. Schlimm ist nur, wenn
der Lehrer selbst dem Goethekult verfällt
und angeblich daran als einer geheiligten
Bildungstradition festhalten will. In den
dreißiger Jahren wirkte sich besonders
die nationalistisch übersteigerte Faust-Ideologie
auch in Japan verhängnisvoll aus, da
man den Universalisten Goethe mehr oder weniger
bewußt auf den deutschen Faust-Mythos
hin interpretierte.
Symptomatisch erscheint daher im nachhinein,
daß im 1. Band des Japanischen Goethe-Jahrbuchs
ein Blatt aus Goethes biographischem Schema
zu Dichtung und Wahrheit in getreuer Nachbildung seiner Handschrift
wiedergegeben war. Durch Umstellung der Zeilen
auf Grund eines Hakens lautet der Text wie
folgt: "Ausbreitung der französischen
/ Sprache u. Cultur / Ursachen früher
/ in der Dipl. an der Stelle der lateinischen
/ allgemeine Communicale / Aufhebung der
deutschen / Dialekte / Zusammendrängen
der deutschen / Expansion der letzteren."
Die letzten zwei Zeilen, die sich ursprünglich
auf die ersten zwei Zeilen bezogen, lassen
sich so lesen: Zusammendrängen der deutschen
Sprache u. Cultur / Expansion der letzteren,
d.h. deutschen Sprache u. Cultur. Der Text
deutet auf eine literaturgeschichtliche Konstellation
in der Sturm- und Drang-Periode, und man
kann nichts dagegen sagen, daß Herder
gegen Gottscheds rationalistische Literaturtheorie
auftrat und Shakespeare gegen die französische
Literatur ausspielte.13 Durch Herders Anregungen begeistert, hat
auch der junge Goethe das Straßburger
Münster im gotischen Baustil anachronistisch
als deutsche Baukunst gepriesen, wiewohl
es an sich nur Ausdruck seiner neuen Kunstanschauung
war.
Aber bald nach der Gründung der Goethe-Gesellschaft
in Japan sollte Goethes Weltbürgertum
zu einem nationalistisch gefärbten Goethekult
verengt werden, indem nun Faust für das Menschenbild Goethes in der
Showa-Zeit bestimmend geworden und Wilhelm Meister, insbesondere Wanderjahre mit der Pädagogischen Provinz, für
Goethes Gesellschafts- und Religionslehre
in Anspruch genommen worden ist. Derjenige
Hochschullehrer, der dazu in entscheidender
Weise Vorschub geleistet hat, war Kinji Kimura,
der Nachfolger von Shokichi Aoki auf dem
Lehrstuhl der Germanistik an der Kaiserlichen
Universität zu Tokyo. Da der Goetheforscher
einen tüchtigen Schülerkreis gehabt
und als der bedeutendste Multiplikator wieder
eine Anzahl neue Goetheforscher ausgebildet
hat, war sein geistiger Einfluß von
großer Tragweite, dessen Auswirkungen
heute noch in den zahlreichen Goethe-Übersetzungen
und Publikationen zu spüren sind.
Es wäre selbstverständlich absurd
zu sagen, durch die völkische Literaturwissenschaft
eines Walther Linden sei auch die japanische
Germanistik in den dreißiger Jahren
gleichgeschaltet worden. Wie in Deutschland
gab es unter den japanischen Goetheforschern,
die im Laufe der deutsch-japanischen Bündnis-Jahre
eine führende Rolle in der Germanistik
spielten, opportunistische Mitläufer,
Lehrstuhlinhaber, die nachträglich in
die nationalsozialistische Kulturpolitik
verwickelt wurden, und Hochschullehrer, die
in eine innere Emigration gingen. Am Scheidepunkt
stand in dieser Hinsicht das 1932 vom Japanisch-Deutschen
Kulturinstitut Tokyo herausgegebene Heft
"Japanisch-deutscher Geistesaustausch"
Nr. 4 mit dem Titel Goethe-Studien. Das Heft enthielt vier deutsche Beiträge:
Thomas Mann, An die japanische Jugend, Fritz
Strich, Goethe und unsere Zeit, Erwin Jahn,
Goethe und Asien, Walter Donat, Goethes Vermächtnis
in der Gegenwart.
Wie im Vorwort bemerkt, war es das erstemal,
daß ein deutscher Schriftsteller von
dem Rufe eines Thomas Mann sich unmittelbar
an die Leserwelt Japans wandte, und die Gesprächsstelle
mit Eckermann, an die er sofort anknüpfen
wollte, war Goethes bekannte Aussage über
die Weltliteratur als Gemeingut der Menschheit:
"An diese Worte des majestätischen,
aus kernigstem Deutschtum in überschauende
Größe emporgewachsenen Greises
muß ich denken, da mir der ehrenvolle
und rührende Auftrag zuteil wird, der
ostasiatischen Festpublikation zu Goethe's
hundertstem Tage, diesem seinem Leben und
Werk gewidmeten Sammelwerk hervorragender
japanischer Gelehrter ein deutsches Vorwort
zu schreiben, es mit einem Gruß aus
dem Geburtslande des Gefeierten zu versehen.
Weltliteratur!"14 Schon damals warnte Thomas Mann vor den
"Provinzlern des Geistes", die
die naheliegende Gefahr der Verwechselung
des Weltfähig-Weltgültigen mit
dem nur Weltläufigen, einem minderen
internationalen Gebrauchsgut, mit Vorliebe
zur nationalen Diskreditierung allgemein
anerkannter Leistungen ausnützen: "Geflissentlich
nennen sie den echten und den wohlfeilen
Weltruhm in einem Atem und meinen so das
Mehr-als-Nationale zugleich mit dem Unter-
und Zwischennationalen zu verun-glimpfen."15
Nach Thomas Mann war Goethes Kosmopolitismus
"die klassische Vorform dessen, was
durch einen späteren Weltdeutschen,
Nietzsche, den Namen des 'guten Europäertums'
erhalten hat." Wie vorhin erwähnt,
legt Goethes vorwegnehmendes gutes Europäertum
in seinem Verhältnis zu Carlyle und
Emerson ein beredtes Zeugnis ab und erweitert
sich zu einem weltumfassenden Kosmopolitismus,
indem es durch ihre Vermittlung zunächst
in Japan rezipiert und dann vorerst über
Japan nach Korea und China getragen worden
ist. Thomas Carlyles Hauptwerke, somit auch
seine Briefe an Goethe und Goethe-Essays
sind schon lange ins Japanische übersetzt
und haben noch vor Mori Ogai den japanischen
Gebildeten ein nicht auf Faust, sondern auf Wilhelm Meister beruhendes Goethebild vermittelt. Da die
beiden protestantischen Denker der Meiji-Zeit,
Kanzo Uchimura und Inazo Nitobe, geistig
bei ihm in die Schule gingen, wurde es durch
ihre erzieherische Tätigkeit in ganz
Japan verbreitet und übte über
den engeren Germanistenkreis hinaus einen
nachhaltigen Einfluß aus. Dagegen erwies
sich Goethes Roman Die Wahlverwandtschaften aus verständlichen Gründen als
wenig einflußreich.
Neben Carlyle war es der amerikanische Philosoph
Ralph Waldo Emerson, der eine ähnliche
Rolle bei der Goethe-Rezeption in Japan gespielt
hat. In seinem populärsten Buch Vertreter der Menschheit widmet er sein letztes Kapitel Goethe dem
Schriftsteller, das wiederum ein etwas anderes
Goethebild vermittelt hat als das später
durch die deutschen Goetheforscher beschworene
mythische Goethebild. Ohne etwa den Genie-Gedanken
im 18. Jahrhundert geistesgeschichtlich auszumalen,
schreibt Emerson z.B. schlicht essayistisch:
"Goethe kam in eine überzivilisierte
Zeit und in ein überzivilisiertes Land,
wo ursprüngliches Talent unter der Bürde
von Büchern und mechanischen Hilfsmitteln
und unter der verwirrenden Mannigfaltigkeit
von Bestrebungen zu Boden gedrückt wurde.
Da war er es, der die Menschen lehrte mit
diesem bergehohen Mischmasch fertig zu werden
und ihn sich sogar dienstbar zu machen."16 Angesichts der inzwischen uferlos gewordenen
Goethe-Fachliteratur ist ein solcher Schreibstil
wohl zu beherzigen, um den Dichter den heutigen
Menschen in Ost und West wieder näher
zu bringen.
Zum Schluß möchte ich noch auf
eine merkwürdige Tatsache aufmerksam
machen. Es scheint mir, daß Goethe
in den dreißiger Jahren als Bollwerk
gegen das Eindringen des Marxismus unter
den japanischen Studenten mißbraucht
worden ist. Wie Sie alle wissen, kam das
"Abkommen über die kulturelle Zusammenarbeit
zwischen dem Deutschen Reich und Japan"
im November 1938 zustande. Voraus ging der
Abschluß des Antikominternpakts im
Jahre 1936, der eindeutig politische Konsequenzen
aus den schon in den zwanziger Jahren erfolgten
Auseinandersetzungen mit den japanischen
Marxisten bedeutete.17 Obwohl der Marxismus wie in der ehemaligen
DDR nicht unbedingt mit Goethes Gedankengut
unvereinbar ist, kam in jenen Jahren eine
scharfe Goethe-Kritik fast immer aus dem
sozialistischen Lager, während Goethe
in den konservativ-humanistischen Kreisen
immer mehr zum Dichterfürsten emporstilisiert
und als Dichter des Faust gefeiert wurde. Als die kommunistische Bewegung
1928 / 29 in zwei Verhaftungswellen zerschlagen
wurde, hat es für sozialistische Intellektuelle
daher anscheinend nur die Alternative gegeben
zwischen Karl Marx oder Goethe. Ein eklatantes
Beispiel dafür ist Katsuichiro Kamei.
Nach seinem politischen Gesinnungswechsel
hat der bekannte Schriftsteller sich einer
intensiven Beschäftigung mit Goethe
zugewandt und seinen inneren Konflikt in
dem Buch Menschenbildung, faktisch einem Sammelband seiner Goethe-Aufsätze,
anschaulich geschildert.
Auf der anderen Seite erinnert sich der große
Goetheforscher Kinji Kimura im Vorwort seiner
im Dezember 1938 erschienenen umfangreichen
Aufsatz-Sammlung Goethe mit Genugtuung daran, wie er damals zu einer
neuen Goethe-Auffassung kam: "Der Grund,
warum mein Augenmerk in den Jahren der Säkularfeier
vor allem auf die beiden Werke Faust und - vorwiegend - Wilhelm Meisters Wanderjahre gerichtet wurde, geht auf die Zeitumstände
zurück. Gegen Ende der Taisho-Zeit und
Anfang der Showa-Zeit war die materialistische
Tendenz stark bemerkbar, und es schien, als
ob in erster Linie der Marxismus das leitende
Prinzip für die japanische Jugend darstellte.
Wer diesen Gedanken nicht huldigen wollte,
wurde als unzeitgemäß verachtet,
und man dachte in weiten Kreisen, es gäbe
keine anderen Gedanken, die einem eine geistige
Nahrung gewähren würden, oder denen
man sich hingeben könnte. In einer solchen
Zeit war ich von meinem Standpunkt aus überzeugt,
daß gerade Goethes Gedanken, die die
religiöse Ehrfurcht zur Grundlage der
Gesellschaft machen, die mächtigsten
Gegenmittel gegen den Egoismus mit dessen
Betonung materialistischer Ansprüche
sein konnten."
Die Goetheforschung war also bei Kinji Kimura
nicht nur eine wissenschaftliche Angelegenheit,
sondern auch als Protest gegen den Zeitgeist
gedacht. Wörtlich schrieb er hinzu,
er hätte es als eine "Pflichterfüllung"
eines mit der Jugenderziehung Beauftragten
betrachtet. Wenn jemand als Hochschullehrer
mit gutem Gewissen seine pädagogische
Pflicht erfüllen will, muß man
es subjektiv respektieren. Aber objektiv
kann er irren und damit seine gut gemeinte
Absicht verfehlen, auch wenn er ein noch
so großer Gelehrter ist wie Kinji Kimura.
Hier fällt mir allerdings ein Bibelwort
ein: "Mit dem Maße, mit dem ihr
meßt, wird auch euch gemessen werden."
(Mt. 7,2) Wenn man selber Goetheforscher
ist und die akademische Jugend von heute
zu erziehen hat, trägt man offensichtlich
die Verantwortung dafür, an der japanischen
Bildungstradition nach Kräften und kreativ
mitzuwirken, damit sie sich in die rasch
wandelnde Zukunft hin fruchtbar entwickelt.
In dem Gedicht "Eins und Alles"
hatte doch Goethe gesagt:
"Denn alles muß in Nichts zerfallen,
Wenn es im Sein beharren will."18
Und in dem Gedicht "Vermächtnis"
heißt es weiter: "Was fruchtbar
ist, allein ist wahr."19 Aus dem Kontext losgelöst, wurde der
Vers gewiß in den dreißiger Jahren
viel mißbraucht. Aber die Voraussetzung
dafür war, daß der Verstand einen
wach erhält und die Vernunft überall
zugegen ist, bevor man den Sinnen traut.
Dann erweist sich allein was wahr ist, als
wirklich fruchtbar. Was dabei unter den japanischen
Gebildeten als wahr gilt, bezieht sich nicht
so sehr auf die Religion wie im christlichen
Abendland, sondern vielmehr auf Kunst und
Wissenschaft. Vom alten Goethe stammt ein
Gedicht, das genau ihre Mentalität ausspricht:
"Wer Wissenschaft und Kunst besitzt,
Hat auch Religion;
Wer jene beiden nicht besitzt,
Der habe Religion."20
Goethes Bedeutung für die japanische
Bildungstradition wird in diesem Sinne noch
lange lebendig bleiben, solange das Ideal
der ganzheitlichen Menschenbildung in Wissenschaft
und Kunst an den japanischen Hochschulen
aufrecht erhalten wird.
Anmerkungen
1 Das japanische Wort "kyoyo" deckt
sich nur teilweise mit dem umfangreichen
Bedeutungsgehalt der Bildung bei Goethe.
Somit läßt sich auch der japanische
Begriff von "kyoyo-shugi" nicht
mit "Bildungstradition" angemessen
wiedergeben.
2 Damit hängt die ganze Problematik
des Bildungsphilisters bzw. des Bildungsbürgertums
zusammen, was aber hier nicht weiter erörtert
werden kann. Vgl. Aleida Assmann: Arbeit
am nationalen Gedächtnis. Eine kurze
Geschichte der deutschen Bildungsidee. Frankfurt/Main
1993.
3 Vgl. Yoshio Koshina (Hrsg.): Deutsche Sprache
und Literatur in Japan. Ein geschichtlicher
Rückblick. Ausstellungskatalog zum IVG-Kongreß
in Tokyo. Tokyo 1990.
4 Näheres vgl. N. Kimura: Rezeption
'heroischer' deutscher Literatur in Japan
1933--45. In: Formierung und Fall der Achse
Berlin--Tokyo. Monographien aus dem Deutschen
Institut für Japanstudien der Philipp-Franz-von-Siebold-Stiftung.
Bd. 8, hrsg. von Gerhard Krebs und Bernd
Martin. München 1994, S. 129-151.
5 Näheres vgl. N. Kimura: Die japanische
Germanistik im Überblick. In: Jahrbuch
für internationale Germanistk. Jg.XX/Heft
1. Bern 1989, S. 138-154.
6 Goethes Briefwechsel mit Thomas Carlyle.
Hrsg. von Georg Hecht, Dachau 1913, S. 133.
Vgl. ferner Thomas Carlyle: Goethe. Carlyle's
Goetheportraet nachgezeichnet von Samuel
Saenger. Berlin 1907.
7 Vgl. N. Kimura: Carlyle als Vermittler
Goethes in Japan. In: Symposium "Goethe
und die Weltkultur", Veröffentlichungen
des Japanisch-Deutschen Zentrums Berlin,
Bd. 15. Berlin 1993, S. 72-82.
8 A.F.C. Vilmar: Geschichte der Deutschen
National-Litteratur, 23. vermehrte Auflage.
Marburg und Leipzig 1890. Vorwort zur einundzwanzigsten
Auflage von Karl Goedeke, S. VII.
9 Rob. Koenig: Deutsche Literaturgeschichte.
10., mit der 9. Auflage gleichlautende Auflage.
Bielefeld und Leipzig 1880. Vorwort zur ersten
Auflage.
10 Vgl. Kitaro Nishida: Der metaphysische
Hintergrund Goethes. In: Viermonatsschrift
der Goethe-Gesellschaft, 3. Bd., Weimar 1938,
S. 135-144.
11 Vgl. den Artikel "Das Markenzeichen
Kultur" in der Thüringer Allgemeinen
Zeitung vom 23.3.1996. Vgl. ferner N. Kimura:
Goethe auf den Schild heben. Deutsche Kulturpolitik
aus japanischer Perspektive. In: Joachim
Sartorius (Hg.): In dieser Armut - welche
Fülle! Göttingen 1996, S. 130-135.
12 Beide Zitate in der Übersetzung von
Richard Wilhelm: Kungfutse / Gespräche
(Lun Yü). Düsseldorf-Köln
1955, S. 37 u. S. 45.
13 Aus der ursprünglich literarischen
Bewegung wurde freilich eine immer nationalistischere
Bewegung. Vgl. Wilhelm Scherer: Die deutsche
Literaturrevolution. In: Vorträge und
Aufsätze zur Geschichte des geistigen
Lebens in Deutschland und Oesterreich. Berlin
1874.
14 Heute unter dem unkenntlichen Titel "Eine
Goethe-Studie". Vgl. Thomas Mann: Goethe's
Laufbahn als Schriftsteller. Zwölf Essays
und Reden. Fischer Taschenbuch. Frankfurt/Main
1982, S. 181.
15 Ebenda S. 184.
16 Ralph Waldo Emerson: Vertreter der Menschheit.
2. Aufl. Jena 1905, S. 243.
17. Vgl. Taeko Matsushita: Rezeption der
Literatur des Dritten Reichs im Rahmen der
kulturspezifischen und kulturpolitischen
Bedingungen Japans 1933--1945. Saarbrücken/Fort
Landerdale 1989.
18 Goethes Werke. Hamburger Ausgabe, Bd.
1, S. 369.
19 Ebenda S. 370.
20 Ebenda S. 367.
Der Beitrag entnommen aus: Sprache, Literatur
und Kommunikation im kulturellen Wandel.
Festschrift für Eijiro IWASAKI anläßlich
seines 75. Geburtstags. Dogakusha Verlag,
Tokyo 1997. S. 427-440.
